TRINKERPARK

on the road mit glanz&krawall

Der verkrachte Musiktheater-Haufen glanz&krawall macht mit zwei schrottreifen Vans Halt vor Alkohol-Hotspots: TRINKERPARK heißt ihre Traveling Medicine Show, die sich zwischen Verklärung und Abschreckung bewegt.

Irrtümlich für Vertreter*innen einer abstinent lebenden Performancegruppe gehalten, bekamen glanz&krawall den Auftrag, eine Suchtpräventionsshow zu entwickeln. Sie haben nicht widersprochen. Nun haben sie den Salat. Getrieben von der Angst, aufzufliegen, spielen sie um ihre Existenz und können ihre glückliche Beziehung zum König Alkohol doch nicht verbergen. Alkoholprävention mit einem Bier in der Hand – geht das? JA! sagen sich glanz&krawall. Schließlich ist doch die Welt der Musiker, Gaukler, Theaterleute (kurz: des fahrenden Volks) ein Biotop für Rausch, Exzess und Absturz. Hier lässt sich der Sonderstatus des Äthanols studieren, der auch in anderen Bereichen der Gesellschaft greift: Wer (maßvoll) trinkt, gilt als normal. Mittrinken müssen, weil es etwas zu feiern gibt; Kummer oder Wut in Alkohol ertränken; ein Gläschen nach der Arbeit zum Runterkommen…. Ob im Jugendclub, beim Stadtfest, im Backstage vor dem großen Auftritt, im Fußballstadion oder im heimischen Wohnzimmer – überall und in jeder Gesellschaftsschicht muss C2H5OH angemessen und sozial verträglich konsumiert werden. Wer hingegen abstinent lebt oder aber über die Maßen säuft, wird als nicht normal gebrandmarkt. Aber wem nutzt eigentlich unsere gesellschaftlich tolerierte Abhängigkeit und wie könnten wir die Droge nutzen, ohne völlig an ihr zugrunde zu gehen?

TRINKERPARK. on the road mit glanz&krawall feiert das Improvisierte, Schnelle, Flüchtige, den Rock’n’Roll im Musiktheater. Mit eigenen Nummern, Singalongs und einer Synthese aus Pop, Elektro und klassischem Gesang entsteht ein Alkohol-Stück im Geiste der Straßenmusik, verkörpert durch drei Darsteller*innen-Generationen zwischen Absturz und Freiheit. Im Spagat zwischen Selbstzerstörung und Normerfüllung versucht diese Road-Show der Weltformel und der eigenen Leere im Innern einen großen Schluck näher zu kommen.

MIT Stelina Apostolopoulou (Sopran), Leonie Arnhold (Theaterpädagogik & Bar-Beichtmutter), Dennis Depta (Dramaturgie, Schrammelgitarre, Tasten), Elmo (Orgel), Jugendliche (3 schöne Exemplare), Ingolf Müller-Beck (Schauspiel), Arne Nitzsche (Elektronische Musik, Bass), Phil Nemeth (Songwriting, Vocals, Tasten), Isabell Reisinger (Bühne & Kostüme, Bardienst), Marielle Sterra (Regie, Toypiano & Mini-Keyboard), Silvia Witte (Produktionsleitung)

Premiere: 18. September 2019 MUSIKTHEATERTAGE WIEN
Weitere Vorstellungen: 19. September 2019 MUSIKTHEATERTAGE WIEN
25./26./26. September 2019 Theaterdiscounter / Vorplatz Ruine der Franziskaner Klosterkirche, Berlin-Mitte
Frühjahr 2020 Schaubühne Lindenfels, Leipzig (2 Vorstellungen)
Sommer 2020 Kleist Forum Frankfurt Oder (3 Vorstellungen)

Eine Koproduktion von glanz&krawall mit dem Kleist Forum Frankfurt (Oder), den MUSIKTHEATERTAGEN WIEN, der Schaubühne Lindenfels Leipzig und mit freundlicher Unterstützung des Theaterdiscounter Berlin. Gefördert durch den Fonds Soziokultur und den Präventionsrat Berlin-Mitte. Dieses Projekt ist Teil des Residenzprogramms schloss broellin e.V., unterstützt durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald.