glanz&krawall
2021 Fahrbereitschaft Lichtenberg Berlin

Vol. 3: Der Ring des Nibelungen
musik. festival. theater.

Ringrocker:innen aufgepasst: Im Mainstream-Festival-freien Sommer 2021 wuchert mit BERLIN is not AM RING ein kleines, inklusives und anti-kapitalistisches Musik- und Theater-Festival im Bezirk Lichtenberg aus dem Boden. Nürburgring, VIP-Area, Platin-Tickets im Premiumversand – fuck it! BERLIN is not am RING Vol. 3 fragt mit Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ im Gepäck, wie es um die Musik- und Kulturindustrie des 21. Jahrhunderts bestellt ist. Welchen Mechanismen von Macht, Ausbeutung und dem Zu-Markte-Tragen von Kunst sind wir ausgeliefert – und welche radikalen Ideen der Befreiung lassen sich aus Wagners Opern-Tetralogie über die große Gier gewinnen?

Die getriebensten aller Theater- und Opernfiguren, das sind Woyzeck und Marie aus Georg Büchners Dramenfragment von 1837. Sie rotieren in einem Teufelskreis aus prekärer Arbeit und (Selbst-)Ausbeutung, aus dem es für sie kein Entrinnen gibt. Um 1920, also knapp hundert Jahre später, komponiert der Komponist Alban Berg auf dieser Textgrundlage seine Oper Wozzeck. Für BERLIN is not BERLIN entwickeln die inklusive Band 21 Downbeat, die Musiktheater-Combo glanz&krawall, das Orient-Okzident-Ensemble Babylon ORCHESTRA, die Protest-Oper LauraTibor und das Rumpel Pumpel-Straßentheater fünf Uraufführungen, die den Wozzeck wiederum ins 21. Jahrhundert transformieren und nach einem Ausweg aus der immergleichen Misere suchen. Die Wozzeck-Splitter werden im Parallelbetrieb auf Rennbahn, Zuschauer:innen-Tribüne, im urigen Biergarten und auf den Pferdekoppeln von diesen Expert:innen des OpenAir-Remmi-Demmis in Aktionen, Performances, Inszenierungen und Konzerten inszeniert und fügen sich wie ein Puzzle in den Köpfen der Zuschauenden zusammen. So entsteht – erweitert um die inklusive Partyreihe SPACESHIP – ein Gesamtkunstwerk im Sinne einer Oper für alle, die keine Angst vor Utopien hat. BERLIN is not BERLIN wird zu einem temporären Anti-Berlin, das in einer ziemlich aussichtslosen Situation den Widerstand feiert und sich gegen die vermeintliche Unausweichlichkeit einer durchkommerzialisierten Stadt sträubt.

    Fotos: Peter van Heesen, Jenna Dallwitz

    AUFFÜHRUNGEN

    Freitag, 20. August 2021, ab 17.00 Uhr
    Einlass & Rahmenprogramm / 19.00 UhrBeginn DER RING DES NIBELUNGEN / 23.00 Uhr SPACESHIP – inklusive Party

    Samstag, 21. August 2021, ab 14.00 Uhr
    Einlass & Rahmenprogramm + SPACESHIP – inklusive Party / 19.00 Uhr Beginn DER RING DES NIBELUNGEN / 23.00 Uhr SPACESHIP – inklusive Party

    Sonntag, 22. August 2021, ab 14.00 Uhr
    Einlass & Rahmenprogramm / 19.00 Uhr Beginn DER RING DES NIBELUNGEN / 23.00 Uhr Nachgespräch mit Theaterscoutings

    ORT

    FAHRBEREITSCHAFT, Berlin-Lichtenberg Herzbergstraße 40–43, 10365 Berlin

      Fotos: Peter van Heesen, Jenna Dallwitz

      glanz&krawall's RING DES NIBELUNGEN

      „Wir sind permanent Autoritäten ausgeliefert, die einfach nur OVER sind und wir können uns ihrer Macht trotzdem nicht entziehen“, konstatieren glanz&krawall und knöpfen sich für BERLIN is not AM RING jene Machtmonopole aus dem Wagnerschen Ring wie aus der Klassik-, Pop- und Theater-Welt vor, die schon Generationen von Künstler:innen terrorisiert haben. Brünnhilde gegen Wotan, wir gegen das Stadttheater, Kurt Cobain gegen die Musikindustrie, Christoph Schlingensief gegen das Feuilleton, Fridays for Future gegen die CDU, Radiohead gegen Spotify, Richard Wagner gegen seine Gläubiger, die ärzte gegen Eventim – glanz&krawall starten einen wilden Walküren-Ritt durch die Abfuck-Momente des Opern- und Show-Geschäfts auf der Suche nach Formen des Widerstands, die nicht vereinnahmt werden können. Ihr Motto: FUCK YOU I WON’T DO WHAT YOU TELL ME!

        Fotos: Peter van Heesen, Jenna Dallwitz

        Team

        LINEUP
        Theater Thikwa + Cora Frost, Black Cracker, glanz&krawall, Omniversal Earkestra, Spaceship – inklusive Partyreihe + Rahmenprogramm u.a. mit Raul Krauthausen, Station 17 u.v.a., Project Nova Wrestling
        KÜNSTLERISCHE LEITUNG
        Marielle Sterra & Dennis Depta (glanz&krawall)
        Produktion GLANZ&KRAWALL
        MIT
        Dennis Depta, Christopher Heisler, Vera Maria Kremers, Flora Pulina, Kara Schröder, Edgar Wiersocki, Felix Witzlau
        REGIE
        Marielle Sterra
        DRAMATURGIE
        Dennis Depta
        KOSTÜME
        Sophie Schliemann
        MUSIKALISCHE LEITUNG, KORREPETITION, TASTEN
        Edgar Wiersocki
        LICHT + VIDEO
        Dunkelstrom Kollektiv
        KAMERA
        Lilith Kugler
        REGIE-ASSISTENZ
        Emilia Bartoschik
        SPECIAL GUESTS
        Omniversal Earkestra

        FÖRDER:INNEN

        BERLIN is not AM RING ist ein Projekt von INTERNATIONALE MINI-REPUBLIK DER KUNST e.V. und wird gefördert aus Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, dem Bezirksamt Lichtenberg, Amt für Weiterbildung und Kultur sowie der GVL. BERLIN is not AM RING ist Teil der Initiative DRAUSSENSTADT. Begleitprojekt „Oper für alle! BERLIN is not AM RING“ gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Reisekosten der malischen Musiker:innen des Omniversal Earkestra werden durch den Reisekostenfonds des Goethe-Instituts gefördert.

        MEDIENPARTNER:INNEN

        UNTERSTÜTZER:INNEN

        • BERLIN is not SALZBURG

        • BERLIN is not BERLIN