WENDECIRCUS. Berlin steht Kopf!

Ein Jahrtausend-Spektakel von und mit Circus Magic, glanz&krawall und KGI

Foto: Peter van Heesen

BRD 2021: Missgunst und Hass haben sich in einem Maße ausgebreitet, wie man es noch vor wenigen Jahren für undenkbar hielt. Die Politik wie das Theater hatten vor der Virus-Krise keine wirksamen Konzepte, um diesen Vergiftungen zu begegnen. Wie könnte in diesem vergifteten Panorama ein Gedenken der 31-jährigen Wiedervereinigung Deutschlands aussehen?

Mit der Ankunft des Circus in der Stadt steht das alltägliche Leben still: Dem wohnt das politische Moment inne, ein vagabundierendes, wildes Irrenhaus zu sein, befinden die theaterschaffenden Millennials von glanz&krawall und KGI und formieren mit dem Circus Magic jetzt eine Manege-à-trois, die sich den Ein- und Ausschlüssen der deutschen Einheit kritisch und nachhaltig widmet. Wer bestimmt den Diskurs um die deutsche Einheit und das Erbe der DDR? Welche Stimmen sind ungehört? 

Das gemeinsame Circus-Spektakel WENDECIRCUS. Berlin steht Kopf! hebt dabei die vereinfachte Trennung von körperlich und geistig auf. Gemeinsam erweitern die Artist:innen, Darsteller:innen und Musiker:innen in einer groß angelegten Nummernshow den Darstellungs- und Verständnishorizont des Theaters mit den Mitteln des Circus und umgekehrt, um Dinge sagen, Zusammenhänge aufzeigen, Unbewusstes symbolisieren zu können, wofür bisher noch keine Werkzeuge zur Verfügung standen. In einer abendfüllenden Show schaffen sie einen gemeinsamen Verhandlungsraum über die friedliche Revolution, die Aushandlungsprozesse 89/90 und die verlorengegangenen Utopien. Basierend auf Zeitzeug:innen-Gesprächen setzen sie eine ungehörte und unerhörte Sicht auf die Wende in Szene und performen die Brüchigkeit, die jedem Einheitsnarrativ innewohnt. Mit dieser opulenten Darstellung historischer Ereignisse  wird WENDECIRCUS wieder das, was das Circusspektakel vor Napoleons Theaterdekret (1807) war: ein Kunst-Spektakel, das die Grenzen von Trivial- und Hochkultur und Peripherie und Zentrum sprengt. 

Das Zelt für das Jahrtausend-Spektakel errichten sie um den 3. Oktober 2021 sowohl auf Circusplätzen im Berliner Ost-Bezirk Treptow-Köpenick als auch im West-Bezirk Reinickendorf. Anschließend präsentiert das Kleist-Forum das Spektakel Ende Oktober in Frankfurt (Oder).

VON & MIT Dennis Depta, Anjali Endres, Isabell Endres, Jeffrey Endres, Jesse Endres, Samuel Endres, Lisa Heinrici, Vera Maria Kremers, Simon Kubisch, Vivian Lauenburger, Dominik Meder, Sophie Schliemann, Marielle Sterra, Maria Voigt

KONZEPT & KÜNSTLERISCHE LEITUNG glanz&krawall & KGI
PRODUKTIONSLEITUNG 
Martina Neu
PRESSEARBEIT Barbara Gstaltmayr
DESIGN Von Unruh / Cristian Zweigler
SOCIAL MEDIA Marc Nikoleit

Warmup: Menschen, Filme, Sensationen 03.10.21 Circusplatz Berlin-Treptow-Köpenick
Premiere: 08.10.2021 Circusplatz, Berlin-Treptow-Köpenick
Weitere Vorstellungen: 09. + 10.10.21 (Doppelvorstellungen) Berlin-Treptow-Köpenick, 29. + 30.10.21 Kleist-Forum Frankfurt (Oder)

CIRCUS MAGIC ist eine Circus -Familie, die in Zossen (Brandenburg) ihren Sitz hat, aber vor allem unterwegs ist. Der Wandercircus bestehend aus dem Ehepaar Endres, deren Kindern, Kamelen, Schweinen, Hunden, Stieren und Ponys entwickelt seit vielen Jahrzehnten Nummern – von Clownerei über Akrobatik, Jonglieren, Zauberei.

glanz&krawall machen Musiktheater und Schauspiel – von der Hochkultur der Oper bis zur poetischen Verlorenheit eines Alleinunterhalters in der Dorfdisko. Seit 2019 initiieren sie die Theater- und Musik-Festivalreihe „BERLIN is not“.

KGI arbeitet zwischen Stadttheater und freier Szene, zwischen Hochkultur und Punk mit Profis und Lai:innen, vor allem – aber nicht nur – am Ringlokschuppen Mülheim a. d. Ruhr.

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und das Amt für Kultur und Weiterbildung Treptow-Köpenick.

Foto: Peter van Heesen